Internet Statement 2024-05

 

 


Kritik
 an  den  inneren  Zuständen  kann  man heute  überall  üben. Daß Staaten  das  als Vorwand für Krieg nutzen, ist nicht berechtigt!

 

 

Maria Weiß  06.02.2024

Man mag an Putin kritisieren was man will, und sicherlich gibt es Punkte zu kritisieren, aber in einer Hinsicht ist er politisch ein kluger Mensch. Warum ist er das? Er hat verhindert, daß die USA und der Westen den Osten aufrollten und daß sie damit Erfolg haben, denn das ist ungemein wichtig, nicht nur für die Situation in Russland, sondern auch für die Situation in Europa und damit in gewisser Weise auch auf der ganzen Welt.

Das hatte man sich schön so vorgestellt. Oh ja, man kritisiert, und kritisiert, und kritisiert und irgendwann sitzt man drin und schwingt den Taktstock. Dem war aber nicht so. Und dem ist zum Glück bis heute nicht so.

Sicherlich gibt es Leute, die das jetzt nicht verstehen, die sagen: Ach um Gottes Willen, aber was ist denn in Russland für ein System, und dies und das dazu vorbringen. Ja, das System ist überall auf der Welt zu kritisieren. Ich kenne gegenwärtig überhaupt kein einziges System, in keinem einzigen Land auf der Welt, welches nicht zu kritisieren ist. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Das sind die inneren Verhältnisse, und die müssen sich halt entwickeln und auch entwickeln können. Das ist aber niemals Sache einer äußeren Macht, die sich auf diese Weise eine internationale Großmachtstellung zu erschleichen oder vielleicht auch nur aufrechtzuerhalten sucht, wie dem auch sei. So einfach sind die Dinge nicht. Deswegen ist es ungemein wichtig in der Politik, daß man differenzieren lernt. Es sind nicht alle Dinge immer gleich. Überhaupt nicht, das ist sehr selten, fast nie der Fall. Man muß differenzieren, was ist Haupt- was ist Nebenseite. Und das gilt auch heute. Das gilt für Europa, das gilt vor allem auch für „politische Führungskräfte“ in Europa, bei denen es einem manchmal schlecht werden kann, wie wenig die eigentlich dieses Handwerk verstehen.

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Zu kritisieren gibt es genug in sämtlichen Ländern, nicht nur Europas, sondern überall auf der Welt. Bloß, wo kommen wir denn hin, wenn diese Kritik immer wieder dazu ausgenutzt werden kann, daß die jeweils herrschende Klasse es als Vorwand für ihren Krieg oder sonstige Gelüste nimmt. Das hatten wir doch wirklich schon oft genug in der Geschichte, als daß man nicht endlich daraus mal lernen sollte.

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Der erste Weltkrieg hatte seine Ursachen vor allen Dingen in den Differenzen der verschiedenen europäischen Staaten untereinander. Was natürlich auch ein Ergebnis der inneren Gegensätzlichkeit gegenüber dem eigenen inneren Widerstand innerhalb der Staaten selbst gewesen ist... Der zweite Weltkrieg hatte seine Ursache vor allem in der äußeren Gegensätzlichkeit, darin, nicht nur in der inneren, sondern auch in der äußeren, daß nämlich gewisse ausländische Mächte, wie die USA zum Beispiel, es als glückliches Anzeichen gesehen haben, daß man vielleicht in Europa zu Potte kommen könnte, wenn man mal wieder bestimmte Länder aufeinander hetzt. Leider ist ihnen das gelungen. Leider nicht zum letzten Mal. Manchmal denkt man, wenn man sich das heute anschaut, daß vielleicht einige Kräfte dort wieder einmal ähnliche Wünsche hegen. Denen sollten wir auf jeden Fall einen Strich durch die Rechnung machen.

Die entscheidende Widersprüchlichkeit in allen Ländern überall auf der Welt, aber vor allem in den entwickelten Staaten, besteht in der inneren Widersprüchlichkeit, nämlich der zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten. Wobei sich das zum Teil verschiebt, wenn nämlich die Ausbeutung eines Landes sich vor allen Dingen nach außen bewegt. Das ist aber kein grundsätzliches Hindernis, denn es ist ja möglich, sich mit den Staaten, die von der eigenen herrschenden Klasse besonders drangsaliert und ausgebeutet werden, vielleicht anzufreunden und zusammenzutun. Wer weiß, was da alles möglich ist. Man braucht ein bisschen Fantasie. Aber politische Fantasie im Moment, die kann man mit der Lupe suchen – bedauerlicherweise.

Was heute hier vorherrscht, das ist die kapitalistische Herrschaft unter der Farbe Grün. Alles ist die Umweltschuld. Aber wer ist denn die sogenannte Umwelt, sind das nicht auch Menschen, sind das nicht auch Staaten? Ist doch komisch, daß man das immer dabei vergisst. Ja, Umwelt, da denkt jeder erstmal an Bäume, das ist aber Quatsch. Denn für welche herrschende Klasse, die ausbeuten will, sind denn Bäume das eigentlich Wichtigste. Das können sie sich doch sonst wo hinstecken. Da muß man vielleicht ein bisschen gründlicher mal nachdenken, auch wenn man, wie die Grünen, vor allen Dingen den Schutz der Bäume im Visier hat. Ist ja in Ordnung, ich bin auch der Ansicht, daß man die Umwelt nicht kaputt kleistern darf, um des Profites Willen, das schon gar nicht. Aber man muß auch sehen, wo ist da die Ursache für diese ganzen Sachen. Und das tun die Grünen meiner Ansicht nach, bedauerlicherweise, viel zu wenig. Die lassen sich mitreißen von angeblichen Umweltkatastrophen, – was weiß ich alles – aber daß die eigentliche Katastrophe die Politik und die Herrschaft der Klasse im eigenen Land ist, davon wird damit völlig abgelenkt. Und darin besteht die eigentliche Katastrophe. Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, auch in grünen Kreisen, wo hier wirklich im Land die eigentliche hauptsächliche Widersprüchlichkeit existiert.

Im Land, na gut, das mag sein, daß man das nicht jeder so merkt, aber das Inland ist auch verbunden mit dem Ausland, und vielleicht sollte man seine Augen mal aufs Ausland richten, wie es da aussieht. Man sollte seine Augen mal auf die ganze Welt richten, was eigentlich momentan in der Welt das beherrschende System ist, und wo der Widerstand sich konzentriert und wie man diesen unterstützen kann. Ich hoffe, daß dies einigen politisch interessierten Menschen vielleicht mal ein Anstoß ist, um mal darüber nachzudenken.

 

 

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